10. Dezember 2020 / Johannes Schneider

ARAS absolviert erfolgreich seinen Erstflug

[Bild: Johannes Schneider]

Die unbemannte Versuchs- und Testplattform der „UAStudents Gruppe“ mit dem Namen ARAS (Aircraft for Research and Applied Science) wurde von Studierenden der Luft- und Raumfahrttechnik in Team-, Projekt- und Abschlussarbeiten entwickelt, ausgelegt und gebaut. Nach der vollständigen mechanischen und elektronischen Integration folgten zahlreiche Bodentests, bevor das Flugzeug mit einer maximalen Abflugmasse von 18kg und einer Spannweite von 4,25m erfolgreich zum Erstflug (Oktober 2020) abgehoben ist.

Wie der Name schon andeutet, soll das Flugzeug als universelle Testplattform fungieren. Damit das Flugzeug diesem Zweck gerecht wird und sehr flexibel einsetzbar ist, haben sich die Studierenden einige Besonderheiten einfallen lassen. Die Basis bildet eine im Rumpf durchgängige und sehr steife Trägerplatte, auf der sämtliche Komponenten sowie die Nutzlast montiert werden. Die äußere Rumpfhülle ist lediglich eine aerodynamische Verkleidung, die für spezielle Nutzlasten, oder bei Beschädigungen, sehr einfach angepasst, repariert oder ersetzt werden kann. Die Position der Flügel-Rumpfanbindung kann mit wenig Aufwand über die Flugzeuglängsachse variiert werden, wodurch bei verschiedenen Nutzlasten ohne Trimmgewichte auf eine veränderte Schwerpunktlage Einfluss genommen werden kann. Des Weiteren ist der Leitwerksabstand für das Feintuning der Schwerpunktlage sehr schnell einstellbar.

Der Flügel ist dreigeteilt, damit die ansteckbaren äußeren Flächenteile variiert werden können. Außerdem bietet die Struktur der Flügelwurzel ausreichend Festigkeitsreserven für die Anbringung von Winglets. Der Flügel verfügt über Flaps die sowohl nach oben als auch nach unten ausschlagen können, dadurch können mit dem Flügel die Langsam- und Schnellflugeigenschaften des Flugzeugs beeinflusst werden. Das Akkusystem ist ebenfalls variabel. Je nach Flugauftrag kann entweder mit 1,7 kg Nutzlast bis zu 2h oder mit 5 kg Nutzlast bis zu 55 min geflogen werden. 

Momentan finden in einer umfangreichen Erprobung eine Charakterisierung der Flugleistungen und Flugeigenschaften statt, die dem ARAS bisher ein sehr gutmütiges und zuverlässiges Verhalten attestieren. Nach dem Abschluss des Testflugprogramms steht der ARAS den Studierenden als Testplattform für verschiedene Nutzlasten und für Modifikationen z.B. am Flugsteuerungssystem, Autopilot, Antriebssystem, Energiesystem etc. zur Verfügung.

Anmerkung: Mit dem AREND (Aircraft for Rhino and Environmental Defence) hat der ARAS einen Bruder in Südafrika. Getreu einem Flugzeug-Familienkonzept wurde dort in Kooperation unter anderen von Studierenden der Universität Stuttgart und Universität Pretoria ein Flugzeug mit gleichem Flügel und Leitwerk, aber unterschiedlichem Rumpf aufgebaut. Mit dem AREND wird das Ziel verfolgt die (Nashorn)Wilderei in Südafrikas Nationalparks einzudämmen.

Mehr Infos zum Projekt AREND sind hier zu finden: 

https://www.up.ac.za/news/post_2617282-project-arend-gains-momentum-as-the-team-prepares-for-first-flights-in-2018

https://www.up.ac.za/aeronautical-group/article/2864315/partnerships-and-collaboration

 

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