Flechten

Das Flechten ist ein automatisiertes, textiles Verfahren zur endkonturnahen Herstellung von Vorformlingen. Es eignet sich dabei besonders für Hohlstrukturen und bietet vielfältige Möglichkeiten einer lastgerechten Faserarchitektur.

Flechten am IFB

Das Institut für Flugzeugbau verfügt über 3 Flechtmaschinen zur robotergestützen, automatisierten Herstellung von Flechtvorformlingen. Davon sind 2 Flechtmaschinen in faserschädigungsarmer Radialbauweise ausgeführt und mit speziellen Klöppeln zu Verarbeitung von Hochleistungsfasern (z.B. Kohlenstofffasern) ausgestattet.

Die robotergestützte Führung der Kerne während des Flechtporzesses ermöglicht dabei eine hohe Widerhohlgenauigkeit und Reproduzierbarkeit des Flechtergebnisses.

Mit dem Maschinenpark lässt sich ein weites Spektrum an Fasern verarbeiten und eine Vielzahl von Bauteilgrößen realisieren.

Jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der Flechterei, gepaart mit der Einsatzmöglichkeit zahlreicher weiteren Technologien und Anlagen, ermöglichen es dem Institut für Flugzeugbau, sowohl grundlegende Fragestellungen wissenschaftlich zu untersuchen, also auch anwendungsorientiert und praxisnah Verfahren und Produkte (mit) zu entwickeln.

Flechtmaschinen:

Herzog RF 1-176-100:
Radialflechtmaschine mit 176 Flechtklöppeln und 88 Stehfadenpositionen, Flechtringdurchmesser bis 600mm.

Herzog RF 1-64-100:
Radialflechtmaschine mit 64 Flechtklöppel und 32 Stehfadenpositionen. Der Maschinenrumpf ist teilbar, damit lassen sich geschlossene Ringe umflechten.

Herzog NG 1/48-120:
Flechtmaschine in Axialbauweise.

Roboter:

Kuka KR125/3 (125kg Traglast)

Kuka KR210L180 (180kg Traglast)

Umspulanlage:

Umspulanlage von Herzog (SP280 + GRP08) mit geregelter Fadenkraft für abwickelbare Spulen, sowie Innen- und Aussenabzugsspulen.

 


 

Weiterführende Links:

Video: Flechtprozess am IFB (Project R.A.C.E)

Project R.A.C.E


Impressionen:

Flechtmaschine RF 1/176-100
Flechtmaschine RF 1/176-100
Flechtmaschine RF 1/64-100
Flechtmaschine RF 1/64-100
Vorformling einer Satellitentriebwerksdüse
Vorformling einer Satellitentriebwerksdüse, angefertigt für das „DLR Institut Bauweisen- und Strukturtechnologie“. Es handelt sich um eine Orbitaltriebwerkstruktur für HPGP Treibstoffe gefördert durch das Land BaWü im IRAS Projekt.
Dieses Bild zeigt  Holger Ahlborn
Dipl.-Ing.

Holger Ahlborn

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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