Bereich Flugzeugentwurf
an der Fakultät Luft- und Raumfahrttechnik
der Universität Stuttgart



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Professor Dipl.-Ing. Rudolf Voit-Nitschmann


Seit Januar 1994 ist Prof. Dipl.-Ing. Rudolf Voit-Nitschmann als C-3-Professor für Flugzeugentwurf am Institut für Flugzeugbau tätig. 1950 in Eisenbach in Thüringen geboren, studierte Rudolf Voit-Nitschmann an der Universität Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und erhielt dort 1977 sein Diplom. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter war er anschliessend bei der DLR-Stuttgart im Bereich Elektrische Raumfahrtantriebe tätig : sein Arbeitsgebiet war die Qualifikation von elektrischen Lageregelungstriebwerken (RIT 10).

1980 wechselte er als Entwicklungsleiter und Chefkonstrukteur zu dem mittelständischen Unternehmen Gyroflug und leitete zunächst die Entwicklung des zweisitzigen Motorflugzeuges SC 01 Speed Canard . 1983 gelang ihm mit seinem kleinen Team die Erlangung der Musterzulassung beim Luftfahrtbundesamt. Es war damals weltweit das erste vollständig in Faserverbundbauweise nach FAR 23 zugelassene Motorflugzeug in Entenbauweise. Als weitere Pionierleistung ist die Zulassung bei der amerikanischen Behörde FAA zu nennen.

1981 wurde ihm Prokura verliehen und ab 1985 war er als Technischer Leiter für Entwicklung und Fertigung verantwortlich. Unter seiner Leitung folgte die Entwicklung einer Aufklärungsversion der Speed Canard, die Entwicklung des viersitzigen Eurotrainers 2000 und verschiedene Auftragsentwicklungen in Faserverbundbauweise. Nach übernahme der Produkte der Fa. Valentin GmbH durch die Gyroflug FFT GmbH erstreckte sich seine technische Verantwortung auch auf die Segelflugzeug- und Motorseglerprodukte.

Im Januar 1991 wechselte Voit-Nitschmann zur Fa. Grob Luft- und Raumfahrttechnik GmbH als Leiter des Bereiches Leichtflugzeugbau. Dort erarbeitete er eine Projektstudie und einen Entwurf für ein zwei- bis dreisitziges Trainingsflugzeug für die Schulung von Militärpiloten (EFIS, G 115 T ).

Im November 1991 nahm Rudolf Voit-Nitschmann das Angebot der Fa. Dornier Luftfahrt GmbH als Assistent und designierter Nachfolger des Hauptabteilungsleiters Strukturentwicklung und Technologie an, dessen Nachfolge er dann im Mai 1993 antrat. Während seiner Zeit bei Dornier war Voit-Nitschmann u.a. als Chief Engineer für den Dornier Entwicklungsanteil am Super Airbus Transporter SATIC in Toulouse tätig.

Auf dem Gebiet der Forschung möchte Prof. Voit-Nitschmann neben der schwerpunktmäßig am Institut für Flugzeugbau betriebenen Gebieten Faserverbund-Leichtbau und Werkstoff- Forschung vor allem auf dem Gebiet Flugzeugentwurf und Konstruktion arbeiten. Sein Interesse richtet sich hier vor allem auf den Entwurf unkonventioneller Flugzeuge (Entenbauart, Nurflügler, Flugzeuge mit geringem Antriebsbedarf, hochfliegende Beobachtungsflugzeuge und auch zukünftige Entwürfe für den Verkehrsflugzeugbau).

Auch in der Lehre möchte Prof. Voit-Nitschmann vor allem die Fächer Entwurf und Konstruktion von Luftfahrzeugen vertreten.
Es liegt ihm besonders am Herzen, den Studierenden einen guten Gesamtüberblick und Gesamtsystemdenken und praxisnahe Konstuktionsmethoden zu vermitteln. Seine Erfahrungen im Mittelständischen Flugzeugbau vom Segelflugzeug, Motorsegler, kleinen Motorflugzeug bis zum Großflugzeugbau ( Do 328 , Airbus) sind hierbei eine wichtige Voraussetzung.

Schon während seiner Zeit bei Gyroflug hat Voit-Nitschmann zahlreiche Studien- und Diplomarbeiten meist von Studenten aus Stuttgart betreut.
Gleich zur Beginn seiner Tätigkeit am Institut für Flugzeugbau wurde Prof. Voit-Nitschmann,der auch privat der Fliegerei verbunden ist, die Projektleitung des Solarsegelflugzeuges icaré übertragen, das die Fakultät Luft- und Raumfahrttechnik als Beitrag für den Ulmer Berblinger-Wettbewerb 1996 entwickelt.